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Moments 1 - Den Göttern zürnen?

20.07.08 | 0 Kommentare

Front 242 haben mit der Moments 1  ein weiteres Live Album auf den Markt gebracht. Aufgenommen wurde das Material während der aktuellen Vintage Tour, bei der die Götter ihre alten Töne aus aktuellen Synthesizer kommen lassen. So findet man auf dem neuen Album fast nur Lieder, die mehr als 10 Jahre auf dem Buckel haben. Ausnahmen sind 7rain, Together und Loud, mit “nur” vier Jahren.

Klar, neues Material wäre schöner gewesen! 

Aber wäre es wirklich?

Denn viele Front-Fans haben schon  bei den letzten beiden Veröffentlichungen Rotz und Wasser geheult, als sich 242 nicht mehr genau so anhörten wie Ende der 80er. Denn seit der Front by Front ging es ja nur noch bergab - so wird es gerne ins Internet geblasen - und als Tragedy for You bei MTV gespielt wurde (1990!), da war alles gelaufen… Kommerz und so. Aus-ver-kauf! Und das neue Material erst, das sei mal alles Pseudo-Techno, schlecht, uninspiriert, wo sind denn die alten harten Beats und die goldenen Zeiten hin, und überhaupt. 

Aber anscheinend scheinen 242 auf ihre “Fans” zu hören, denn seit Jahren spielen sie live immer die selbe Setlist. Mit gutem Erfolg! Allein die Lieder werden ein wenig aufpoliert und höchstens mal die Reihenfolge geändert. Wie bei der Vintage Tour oder davor bei der Re:Boot Tour geschehen. Aber auch das ist falsch. Einfallslos sei das. Damit würden sich 242 nur in ihrem Ex-Ruhm sonnen und noch mal absahnen wollen!

Ja was denn nun? 

Ich finde man muss sich entscheiden - entweder ist alles Neue per se doof, dann kann man sich z.B. die alten Mentallo and the Fixer Sachen für lau ziehen und sich mit Pipi innen Augen daran erinnern wie wild, jung und cutting edge man mal war. Oder man lässt mal ein paar Stunden das Nörgeln sein und hört sich die letzten drei Alben der Götter noch mal in Ruhe an. Und dann kann man ggf. merken, dass Front 242 immer noch tipptopp elektronische Musik machen, auch wenns nicht mehr 100% ins EBM-Raster fällt.

So jetzt noch kurz was zu der Moments 1. Es ist ein solides Live Album der Götter, das zeigt, dass sowohl die Lieder, als auch der Stil von Front 242 keinesfalls antiquiert sind. Riese Unterschiede gibt es zu der Re:Boot nicht, wer die also blöd fand, kann sich die Moments beruhigt sparen. Wer vor dem Kauf reinhören will -  zwei Lieder gabs vorher schon für lau bei Alfa Matrix.

Ich fände neuen Shit natürlich auch besser, aber mit diesem Release kann ich  mich noch ein wenig vertrösten. Und jetzt muss ich auch zurück zu meinen Kopfhörern und den CDs, Fanboy, der ich bin…

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