Irgendwann stolperte ich über die heiligen drei Buchstaben der bloggenden Geeks: Getting Things Done.
Nach dem Ergooglen von und dem Einlesen in David Allens Getting Things Done bekam meine einsame To-Do-Liste Verstärkung - in Form einer Someday/Maybe- und einer Waiting For-Liste. (Die erste enthält Dinge, die man unbedingt mal tun wollte oder sollte, und die zweite Aufgaben, die man an andere delegiert hat - mit Übergabedatum und Deadline)
Diese drei Listen hielt ich, damit ich sie andauernd verlege und suchen muss, mit einem binder clip zusammen. Vorne wohnten meine To-Dos, dahinter die Somedays und auf der Rückseite die Waiting Fors. Durch einfaches Wenden hatte ich alle aktuellen und wichtigen Dinge auf einen bzw. zwei Blick(e).
So, noch schnell ein paar Worte zu GTD - ich mag die grundlegende Idee von GTD, aber ein paar der Konzepte nicht.
Ich bin schon bei dem Versuch gescheitert, verschiedene Kontexte für meine GTD-Listen zu definieren (Man soll pro Aufgabenkontext eine Liste erstellen - insgesamt ca. 2 handvoll). Entweder waren meine Listen zu grob (”für am Rechner” ) oder zu fein (”für am Arbeitsrechner”, “für den Mac”, Emails, Links) gewählt. Und diese Listen plus drei weitere (Someday, Waiting For, Projektliste) sind ich einfach zu viel um praktisch zu sein. Der Vorteil einer einzigen Liste ist, dass sie alle Aufgaben enthält und einem das unpraktische Hin- und Herblättern erspart wird. Zudem ist man bei >3 Listen andauernd mit Übertragen beschäftigt - das Abarbeiten der Listen wird irgendwann sekundär.
Den Nachteil des erneuten Lesens der Aufgaben, den Allen durch seine Kontexte elimieren will, nehme ich gerne in Kauf. Denn mit dem Durchlesen erspare ich mir sein “Weekly Review” (bei dem für alle aktuellen Projekte überprüft werden soll, ob sie “on track sind” (ob die nächste Aufgabe auf einer der Kontext-Listen enthalten ist), da ich dies regelmäßig beim Lesen meiner Aufgaben tue.
Außerdem sehe ich den Vorteil des Batch-Modes nicht - nur weil Dinge im gleichen Kontext erledigt werden können (z.B. am Rechner oder am Telefon), muss man nicht schneller sein, wenn man sie hintereinander erledigt. Gehören sie zu unterschiedlichen Projekten, muss man immer noch umdenken, seine Unterlagen raussuchen, etc.
Auch die Idee, auf diesen Listen mein komplettes Leben zu verschriften, fand ich auch nicht ansprechend - mein Arbeitsleben reicht!
Deswegen gab es nur eine To-Do-Liste für die Arbeit. Fertig! Aus! Und wegen des regelmäßigen Durchlesens der Liste konnte ich mir gleich das wöchentliche Review sparen. Wunderbar. Eine weitere GTD-Empfehlung, einen Kalender führen, tue ich eh. In meinem (Moleskine-Wochenkalender) trage ich Geburtstage, meine privaten Termine, wichtige Arbeitstermine (Konferrenzen, o.ä.) und meine Anwesenheitszeiten bei der Arbeit ein.
So funktioniert also GTD in meiner Welt.

Hi Lennart,
kann Deinen Standpunkt gut verstehen. Mir geht es ähnlich. Ich arbeite überwiegend mit einem sehr kleinen Terminplaner und einer Liste (meist simple DIN A5 Karteikarten kariert, weil die etwas fester als normale Zettel sind).
Ich denke GTD bringt einige gute Anregungen mit, aber die Methode muss zum Menschen und seiner Situation passen (oder passend gemacht werden) und nicht umgekehrt.
Weswegen ich eigentlich schreibe: nach meinen Versuchen ist das mit den Kontexten im Grunde nur per Software wirklich zufriedenstellend lösbar. Wer sich damit probieren und tiefer einsteigen möchte kann sich MyLife Organized mal ansehen. Dazu passt dann noch der Artikel Was ist (k)ein GTD-Kontext?
!
BTW: Deine Serie gefällt mir als Analog-Fan sehr gut!