NextPath hat eine Liste von 13 Dingen veröffentlicht, die man seiner Ansicht nach nicht während seines Studium lernt. Sein Fazit ist:
One of the main purposes of college is to prepare you for the real world. My personal experience is that what you learn in college does not necessarily prepare you for the future.
Hier die Liste der Fähigkeiten*, die er sich für sein Studium gewünscht hätte:
- Dinge auf den Punkt bringen
- Vernünftige Präsentationen erstellen
- In einem Team arbeiten
- Einen Lebenslauf schreiben
- Interviewt werden
- Netzwerken
- Verantwortung übernehmen
- Geld verwalten
- Initiative ergreifen
- Strategische Planung
- Sich angemessen anziehen
- Eine Gehaltserhöhung aushandeln
- Eine Kündigung schreiben
- Kritik geben und empfangen **
- Zeit, Projekte und Ziele managen
Die folgenden Punkte fehlen meiner Ansicht nach in der Zusammenstellung:
- Zuhören
- Streiten und Kompromisse erarbeiten
- Seine Gedanken (schriftlich) auf den Punkt bringen und vorstellen
- Neue Themen erarbeiten
Dieser Einschätzung kann ich leider nur zustimmen!
Ich erinnere mich noch an mein erstes Semester - Eröffnungsveranstaltung. Die Ansprache des Dekans an uns Ersties lautete sinngemäß:
Sie studieren Informatik - Sie werden zu Problemlösern ausgebildet werden und später in interdisziplinären Teams arbeiten. Das ist die Zukunft der Informatik.
Das war gut gemeint.
Aber wenn ich auf meine Ausbildung zurückblicke, sehe ich nicht, dass meine Kommilitonen und ich für dieses hehre Ziel vorbereitet wurden. Denn weder das Erlernen von Programmiersprachen, noch Grundlagen der E-Technik und Mathematik bereiteten auf interdisziplinäres Arbeiten vor oder vermittelten Problemlösefähigkeit. Diese Dinge habe ich erst während meiner SHK-Jobs und im Verlauf meines Arbeitslebens gelernt.
Was meint Ihr?
Was hättet Ihr gerne gelernt?
Was musstet Ihr Euch nachträglich aneignen?
* Es lohnt sich übrigens den Orginal Eintrag zu lesen, da es dort zu jedem Punkt einen erklärenden Absatz gibt.
** Die beiden letzten Punkte stammen aus der Diskussion des Eintrags bei lifehacker.com.

oh ja. bei präsentationen gewinnt meist der beste effekt. auch korrektes wissenschaftliches arbeiten wird m.e. nur ansatzweise vermittelt…und was ist mit fremdsprachen! mittlerweile werden zwar einige vorlesungen komplett auf englisch angeboten, doch das ist meist auch mehr schlecht als recht. und auch in den anderen punkten kann ich dir nur zustimmen…
da ist schon einiges dran. aber wahrscheinlich kommt es auch ein bißchen auf den studiengang an! also bei uns Sowis gehts NICHTS ohne vorher zu streiten und hinter kompromisse zu erarbeiten. das könnte man gleich verbinden mit “auf den punkt bringen”, das kann hier nämlich KEINER!
“geld verwalten”? das würde ich echt gern belegen!
Volle Zustimmung! Bei allen Punkten!
Und die SHK-Jahre mit den Psychen zusammen waren bei einigen der Punkte oben sehr hilfreich. z.B. “Nie gegen den Wahn reden.” Danke, Dirk!
Das Netzwerken damals sah ja auch eher so aus: “Sag mal, habt ihr die Mathelösung schon?”
Ich stimme im Grunde auch zu, bin aber der Meinung, das in vielen der Punkte beim Studium eigentlich schon zu spät angesetzt wird. Das sind zum großen Teil Inhalte, die schon in den letzten Jahren der Schulausbildung ganz vorne auf die Agenda gehören.
Ich habe das bei mir schon mal in einen recht sarkastischen Eintrag verpackt - bei den Azubis in meiner Firma habe ich Jahr für Jahr mehr den Eindruck, das die Schulabgänger immer weniger “fürs Leben” vorbereitet sind. Da finden sich viele der oben genannten Punkte wieder - Teamfähigkeit, Dinge auf den Punkt bringen etc.
Noch wichtiger ist aus meiner Sicht aber das, was man landläufig unter “gesunder Menschenverstand” versteht. Das ist dummerweise ein recht weiches Kriterium, aber vielen Menschen fehlt es zu Beginn ihrer Berufsausbildung vor allem an sozialer Intelligenz/Sozialkompetenz (nicht nur in Punkto Teamarbeit sondern schon ab der ersten Sekunde morgens am Firmentor, an der Fähigkeit zu Filterung von Informationen (was beinahe täglich wichtiger wird) und an der Fähigkeit zur Selbstreflektion.
Einfach gesagt: Mir drängt sich der Eindruck auf, Schulen und Universitäten beschränken sich immer mehr darauf, Wissen zu vermitteln, das zum Teil recht speziell und wirklichkeitsfern ist. In der gleichen Zeit wird das “reale” Leben & Arbeitsleben immer komplexer und hintergründiger (bei gleichzeitigem Verfall herkömmlicher sozialer Strukturen), was junge Menschen zunehmend überfordert. Hier fehlt es an Konzepten.
“One of the main purposes of college is to prepare you for the real world.”
Das ist ja mal die erste Fehlannahme, oder?
Universitäten bilden (zumindest in den Natur und Ingenieurwissenschaften) schwerpunktmässig für die Forschung aus. Dass die Leute auch auf dem Arbeitsmarkt gesucht sind, ist ein gewollter Nebeneffekt.
Wenn beim Studium allerdings das Vermitteln der wissenschaftlichen Methoden auf der Strecke bleibt, dann ist das tatsächlich ein gravierendes Problem. Damit sollte Maxi unbedingt ihre Professoren konfrontieren.
Ein Studium ist halt kein Rundum-Sorglos-Paket. Die meisten Dinge auf der Liste lernt man am Besten vor oder neben dem Studium…