Schon wieder Regen!
Das ist schon der zweite Tag!
Das muss aufhören!
Aber so was von.
Erst lockt uns Petrus mit einem Sonnentag und danach gibts nur noch Mistwetter. So geht das mal nicht! Zum Glück war ich am Dienstag das erste Mal dieses Jahr draußen. Zum bouldern. Obwohl Glück? Denn jetzt bin ich angefixt. Ich will raus, Schaumstoff in die Natur tragen und Steine anpacken. Was ja wohl selbstredend der beste Zeitvertreib ever ist. Anstatt gibts das hier. Traurig.
Das erste Mal draußen Bouldern ist übrigens wie Stimmen hören. Solche, die man ganz alleine hört. Diese Art Stimmen, gegen die Hüte aus Alufolie helfen und die einem Dinge befehlen.
Denn nach einem halben Jahr Winterpause habe zumindest ich die meisten Routen vergessen, die Kreideflecken an den Felsen sind ein wenig verblasst und das Moos hat sich den Fels zurückerobert. Also steh ich da, etwas verloren, lasse den Blick schweifen und auf einmal zischt mir ein Felsen zu: He! Ich war eine Route! Weißte doch! Hände hier, Füße da. Probier mal. Ich war toll. Ich rocke… Oke. Also Hände an den Fels, Füße irgendwo und zack, das fühlt sich richtig an! Richtig, so wie in PERFEKT. Genau da gehörte alles hin. Nur wo gings weiter? Rechts? Links? Vielleicht so? Und wo ist der nächste Griff? Und was kommt dann? Denkpause, bis die Stimme wiederkommt und mir neue Griffe und Tritte empfiehlt.
Toll!
Ja, und jetzt will ich die Stimmen wieder hören und nicht dieses unsympathische Klackern des Regens auf meiner Fensterbank und das Geräusch, das Autos machen, wenn sie über nasse Straßen fahren.
ich will
ich will
ich will
ich will

ja super. jetzt sitze ich hier in meinem seminar und hab das gefühl von moos und kreide an den händen. zu kleine schuhe. gehe im geiste die boulder durch, an die ich mich noch erinnere.
hast du ja toll gemacht…